Blog Romreise 2022

Unsere Rom-Pilger-Reise 2022

Mit weiteren 46 Geschwistern der Pfarrei Heilige Mutter Theresa Chemnitz brechen wir auf zu unserer Romreise, die erste Pilgerfahrt von zwei ehemals evangelischen Christen, die seit 2019 froh sind, in der katholischen Kirche Heimat gefunden zu haben. Corona hat seither so vieles unmöglich gemacht, nun sind wir froh, endlich zu dieser Reise aufbrechen zu können. Wir sind gespannt, was uns alles erwartet ... und womit Gott vorhat uns in dieser Zeit zu segnen ...

Samstag 15. Oktober 2022

Wir starten am frühen Morgen mit einer Andacht in St. Johannes Nepomuk. Als wir etwas nach 7 Uhr noch bei beginnender Helligkeit starten regnet es, und die Wolken werden uns lange Zeit begleiten. In der Andacht erfuhren wir den Reisesegen und erhalten einen Pilgerschal. Was für eine schöne Idee. Unterwegs im Bus vergeht die Zeit recht kurzweilig bei "Italienisch-Lektionen", bei einführenden Präsentationen und den entsprechenden Pausen. Wie die Bilder beweisen, wird es immer besser mit dem Wetter, am Rastplatz Irschenberg belohnt uns die Sonne mit ihrem Schein und den ersten Ausblicken auf die Alpen. Unser Busfahrer scheint ein wandelndes Lexikon zu sein, das Wissen über Städte, Orte, Personen und geschichtliche Fakten sprudeln nur so aus ihm heraus. Bei untergehender Sonne erreichen wir "Hintern-lahm" unser Zwischenstopp-Hotel in Peschiera del Garda. Nun geht es zum gemeinsamen Abendessen.... Ein Spaziergang der meisten Pilger am Ufer des nunmehr in dunkler Nacht liegenden Gardasee rundet den ersten Tag ab. Wir sind dankbar für alle neu begründete Gemeinschaft.   (Detlef Wannhoff)
(Birgit Wannhoff berichtet)
Die Idee mit dem Pilgerschal fand ich richtig toll. Es war, als würde man den Reisesegen nicht nur zugesprochen bekommen, sondern durch dieses Geschenk gleichsam von ihm umhüllt werden. Wir erhielten auch noch ein kleines Pilgeralbum mit wichtigen italienischen Begriffen, Örtlichkeiten von Rom, den Liedern, die zu den Messen der kommenden Tage gesungen werden sollen u. a.
Das Essen im Hotel war ein feines mediterranes 4-Gänge-Menü mit Suppe, Hauptgericht, Salat und Eis.

Sonntag, 16. Oktober 2022

Nach einem fürstlichen Frühstück brechen wir auf in Richtung Rom via Arezzo. Unserem Geburtstagskind gratulierend und „Kleinen Feigling“ abfassend fahren wir los. Das Hotel-Team verabschiedet uns Fahne-schwenkend. Eine so nette Geste. In Arezzo besuchen wir den Dom und feiern eine Messe in der Pieve Santa Maria. Dort findet sich als Reliquie der Kopf des Hl. Donatus. Benno Scheffels Homilie über Ex 17, 8-13 bewegt mich lange: die sinkenden Arme dessen, der Segen erfleht wird gestützt durch Hingabe und Sein vor dem Herrn (auf der einen Seite) und andererseits wenn Kraft und Worte fehlen, durch vorformulierte Gebete wie das Angelus. Kraftvoll hallen unsere Lieder durch die Krypta, als wir unsere Messe feiern. Danach verpflegen wir uns eigenständig und erkunden diese schöne alte Stadt. Am späten Nachmittag erreichen wir Rom.  (Detlef Wannhoff)
(Birgit Wannhoff berichtet)
Zunächst durchfahren wir die Po-Ebene, um dann die Apenninen zu erreichen. Arezzo ist eine gemütliche kleine Stadt. Man kann per Rolltreppe nach oben und wieder hinunter fahren und die kleinen Gassen und den Marktplatz zu bestaunen. Überhaupt scheint der Herbst seinen Fuß noch nicht in diese Landschaft gesetzt zu haben – hier herrscht noch wunderbarer Sommer. Der Heilige Donatus soll während der Eucharistie von Randalierern gestört worden sein, die seinen Glaskelch zerschlugen. Er ließ sich davon nicht beirren und soll ihn wieder zusammengesetzt haben. Obwohl ein Stück fehlte, ist der Wein nicht herausgeflossen. Demnach müsste ihn das Blut Jesu nicht nur zusammengehalten, sondern auch abgedichtet haben… Unsere Unterkunft ist besser als unsere Unterkunft in London… wir haben reichlich Platz, WLan und sogar Schränke!!!

Montag, 17. Oktober 2022

Fußlahm … einfach nur fußlahm. Mir fällt schon gar nicht mehr alles ein, was wir gesehen haben. Rom ist bezaubernd, eng, gemütlich, herzlich, der Verkehr chaotisch (wenn man es nett formulieren möchte); manchmal dreckig, alt und verbraucht. Und doch ist Rom pulsierend und begeisternd. Nachdem wir uns durch die Altstadt geschlagen hatten, überquerten wir an der Engelsburg den Tiber, erreichten den Petersplatz und hatten ein leckeres Mittagessen, Natürlich sind wir dazu durch mehrere Seitengassen in eine Osteria gegangen, die einfaches, aber leckeres Essen anbot. Schon dort „brannten die Füße“, und die endlosen Gänge mit überwältigender Kultur aus aller Welt machten es in den Vatikanischen Museen nicht besser. Uns begeisterte die Sixtinische Kapelle und der Petersdom besonders. Die Messe, konzelebriert von Pfarrer und Diakon und unserer jüngsten Reiseteilnehmerin als Ministrantin war ein Erlebnis… Jedoch der fromme Schauer fehlte. In der Eucharistie erkenne ich, dass Jesus derselbe ist wie zu Hause, der „unter mein Dach eingeht“. Er will mit mir Gemeinschaft haben, egal wo… und ich gebe gerne wieder mein Ja dazu.  (Detlef Wannhoff)
(Birgit Wannhoff berichtet)
Heute Morgen ging es per Bus direkt ins Zentrum von Rom. Über verschlungene Pfade erreichten wir die Basilica Santa Maria del Popolo, ein sehr schönes Gotteshaus. Weiter ging es zur Villa Borghese, eine beeindruckende Parkanlage. Sonniges Wetter begleitete uns und unsere Pilgergruppe hatte einen wunderschönen Blick auf die Stadt. An der Villa Medici vorbei ging es weiter die Spanische Treppe hinunter und vorbei an der Fontanella della Baracchia, ein Zierbrunnen des Bildhauers Pietro Bernini. An vielen Säulen und Brunnen vorbei erreichten wir über die Engelsburg die Gaststätte, in der wir unser Mittagessen erhielten. Dann wandten wir uns Richtung Vatikan/Petersplatz. Eine Führerin geleitete uns mehrere Stunden durch die Sixtinischen Museen und die Sixtinische Kapelle. Im Petersdom feierten wir die Heilige Messe. Auch unsere geistlichen Begleiter Benno Schäffel und Michael Fox wurden eingebunden. Das machte das weltberühmte Gebäude zu einer Kirche wie jede andere.

Dienstag, 17. Oktober 2022

Wieder um 8:15 starten wir in die Innenstadt von Rom, Unser Busfahrer im „Pullman“, wie man hier Reisebusse nennt, bringt uns mit abenteuerlichen Manövern direkt bis zur Basilika Santa Maria Maggiore, auch Santa Maria della Neve (Unsere Liebe Frau vom Schnee) genannt, Birgit wird dazu etwas schreiben. Nach dieser prunkvollen Basilika (eine der vier Hauptbasiliken Roms neben Petersdom, der Lateranbasilika St. Giovanni und St. Paul vor den Mauern) besuchen wir San Clemente, (Basilica San Clemente al Laterano, eine Basilika minor). Ihre Besonderheit für uns sind die dort unter der Kirche befindlichen archäologischen Ausgrabungen, die gute Einblicke in die frühe Kirchengeschichte und das Leben in Rom der ersten Jahrhunderte a.D. ermöglichen. Wir feiern die Messe mit unserem Pfarrer, Diakon und „Mini-Strantin“… und hören die Geschichte vom Analphabeten Bettler Servantus, der sich neben der Bettelgabe von jedem Vorbeigehenden einen Satz der Bibel vorlesen ließ. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, das tägliche Wort Gottes nährt und verändert uns in unserem Wesen, wenn wir es zulassen und uns Gottes Reden öffnen. Nach einem leckeren Mittagessen in katakombenähnlicher Restauration kann jeder nach eigener Vorliebe Rom erobern, wir umkreisen das Kolosseum und fahren U-Bahn.   (Detlef Wannhoff)
(Birgit  Wannhoff berichtet)
Eine Legende besagt, die Gottesmutter sei in der Nacht auf den 5. August 358 dem römischen Patrizier Johannes und seiner Frau erschienen und habe versprochen, dass ihr Wunsch nach einem Sohn in Erfüllung gehe, wenn ihr zu Ehren eine Kirche an der Stelle errichtet werde, wo am nächsten Morgen Schnee liege. Das Ehepaar begab sich daraufhin zu Papst Liberius, der, wie man erfuhr, denselben Traum gehabt hatte. Am Morgen des 5. August sei dann die höchste Erhebung des Esquilinhügels von Schnee weiß gefärbt gewesen, daher der Name der dort errichteten Kirche „Unsere Liebe Frau vom Schnee“. Schnee in Rom zur Sommerzeit war ein Wunder. Dort schneit es nicht einmal im Winter… Am Abend Eigenverpflegung: Detlef und ich besuchen Tre Fontane. Das dortige Kloster verdankt seinen Namen der Legende, dass der heilige Paulus an diesem Ort enthauptet wurde, sein vom Hals abgetrennter Kopf dreimal aufprallte und dass er bei jedem Aufprall auf den Boden auf wundersame Weise eine Wasserquelle entstehen ließ. Am Fuße dieses Heiligtums befindet sich ein Trappisten-Kloster. Deren Kirche faszinierte Detlef ganz besonders durch seine Nüchternheit, seine Schlichtheit. Wir fanden auch einen Brunnen ohne Wasserspiel, vielleicht abgeschaltet. Aber von 3 Fontänen wollte niemand etwas wissen…

Mittwoch, 19. Oktober 2022

Schon Punkt 7:00 starten wir mit unserem Bus in die Innenstadt, denn nach dem Einparken in einer Reisebus-Tiefgarage warten die Generalaudienz mit Papst Franziskus auf uns. Was sehen wir noch?? Ein Mann, der schwer an der Last der Kirche zu tragen hat. Unsere Herzen sind ihm zugewandt, weil wir spüren, dass wir MIT ihm in den Spuren Jesu laufen. Seine Worte zur Unterscheidung der Geister und dem Prüfen des Willens Gottes an unserem Leben begleiten uns auch nach Subiaco. Der Heilige Benedikt (B. von Nursia, geb um 480, gest 21.03.547) hat auch sein Leben geprüft und „Toxisches“ hinter sich gelassen und sich in einer Höhle nahe Subiacos ganz dem Leben zugewandt, wie er sich von Gott berufen fand. Seine tiefe Frömmigkeit strahlte aus und führte schlussendlich zum Benediktinerorden. Eine Messe in der Kirche, ca 1200 Jahre als und dien Berg hineingebaut stärkt uns. Wir spüren, dass wir Pilger auf dem Weg zu Jesus sind, erkennen in unserem Leben schlechtes und Gutes und streben immer mehr nach einen gottgemäßen Leben. Uns verbinden 2000 Jahre derartiges Streben mit all denen, die auch vor uns schon darum gerungen haben.  (Detlef Wannhoff)
(Birgit Wannhoff berichtet)
Papstaudienz: Alle waren pünktlich. Das Einparken in der Tiefgarage war zwischen Dutzenden anderer Reisebusse ein absolutes Kunststück – Peter kann das aber. Dem Papst wurde während des Bades in der Menge zugejubelt. Aber für mich war und blieb die Generalaudienz ein „sachlicher Akt“. Kirche ist überall. Weitersagen, was uns in Glaubensdingen bewegt, bat er uns, und das Gute zu suchen und das Schlechte zu meiden bzw. mit Gottes Hilfe hinter uns zu lassen. Was führte die Gruppe u. a. von St. Franziskus ausgerechnet in die Hallen des Heiligen Benedikt. Die müssten doch eigentlich einen Franziskanerorden aufsuchen, oder? Nein, das Benediktinerkloster hat Franziskus besucht, als ganz junger Mann ohne Stigmata. Man erkennt ihn auf dem Heiligenbild zweifelsfrei: Von ihm heißt es, er habe sich eine Augenentzündung geholt, weshalb seine Augen unterschiedlich groß gemalt wurden. Später erblindete er auf diesem Auge. Beim Abendessen in Frascati haben wir viel Spaß, als wir bei Porketta e Vino singend zweimal einen Rosenverkäufer (keine Vasen) und eine Playback-Opernsängerin „in die Flucht geschlagen“ oder besser in die Flucht gesungen haben. Schlimm nur, dass der Bus in unmittelbarer Nähe unseres Quartiers eine Mauer streifte.
Hier noch ein paar Bilder aus unserer Threema-Gruppe:

Donnerstag, 20. Oktober 2022

Von toten und lebendigen Steinen….
Wir starten recht gemächlich und sind gegen halb neun in der Basilika St. Paul vor den Mauern, der Grablege des Paulus. Uns beeindruckt die Größe der Halle, die wir für die Zeit bis 9.00 scheinbar ganz für uns allein haben, während unser Morgenlob erschallt. Bennos Schäffel´s Impuls zeigt uns einen Paulus, der den Juden ein Jude und den Gesetzlosen ein Gesetzloser wurde und bis an die Ränder der Gesellschaft ging, um Menschen für Christus zu begeistern. Ab 9 Uhr kamen plötzlich Unmassen von Menschengruppen, und wir fahren weiter zum Aventin (Hügel 1) und besuchen viele historische Stätten (Kaiserpalast, Circus Maximus, Forum Romanum). Dabei wandern wir über den Palatin (Hügel 2) zum Capitol (Hügel 3 und Quirinal (Hügel 4 !!!) In der Hitze finden wir unendlich viele tote Steine vor, von Heerscharen von Touristen bestaunt. Maria Pinto führt uns freundlich und sachkundig. Aber WIR sind berufen, LEBENDIGE Steine eines Baus zu sein, das sich Kirche nennt. Unser Pfarrer macht uns mit einigen Gliedern der Gemeinschaft St Egidio bekannt, die solche lebendigen Steine sind: sie dienen den Armen, denen die am Rand stehen, sind ihnen Freund, Helfer und Gastgeber. Mit der Gemeinschaft haben wir ab 20:00 eine Gebetszeit, und die Kirche St. Maria in Trastevere war voll… (Detlef Wannhoff)
(Birgit Wannhoff berichtet)
Rom hat fast 3 Millionen Einwohner. Doch ein Fußmarsch ist erstaunlicherweise möglich, vor allem mit einem Führer wie Benno Schäffel, der in der Stadt lebte und die „Schleichwege“ kennt. Auf jede Frage eine Antwort hatte Maria Pinto in hervorragendem Deutsch, die unsere Gruppe mehrere Tage begleitete. Paulus und Petrus – überall begegnet man ihren Statuen. Wer die beiden nicht auseinanderhalten kann: Petrus, erster Papst, schließt uns das Evangelium auf, deshalb trägt er zwei Schlüssel. Als nicht römischer Bürger wurde er gekreuzigt. Paulus hingegen trägt ein Schwert. Als einem Bürger von Rom stand ihm dies als „schnelle“ Hinrichtungsmethode zur Verfügung. Die Bücher deuten auf die Verkündigung des Evangeliums. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass heute nicht mehr bekannt ist, wie ihre Gesichter aussahen (es gibt keine Totenmasken). Die Abbilder beruhen auf Beschreibungen.
Hier noch ein paar Bilder aus unserer Threema-Gruppe:

Freitag, 21. Oktober 2022

Heute heißt es Kofferpacken und diese bis 7:30 Uhr zum Bus bringen, danach wandern wir, diesmal als ganze Gruppe, nach Tre Fontane und besuchen die Martyriumskirche des Paulus. Nach kurzem Shopping-Stop im Trappisten-Shop laufen wir wenige Meter den Berg nach oben und besuchen den Orden der "Kleinen Schwestern von Jesus". Diese gehen auf die Spiritualität von Charles de Foucauld zurück, der die Menschen bedingungslos bis zur Selbstaufgabe liebte, in deren Umfeld ihn Jesus gestellt hatte. Wir sind dankbar, in Ihnen "lebendige Steine" vorzufinden.
Später noch bringt uns der Bus in wenigen Minuten zu den Domitilla-Katakomben. Hier wurden bis ins 4. Jahrhundert vorwiegend Christen beigesetzt. Dieses unterirdische Gräberfeld wurde von Flavia Domitilla aus dem kaiserlichen Geschlecht der Flavier, die den Grund und Boden im 1. Jahrhundert als Begräbnisplatz zunächst für ihre nichtchristlichen Freigelassenen zur Verfügung gestellt. Sie soll nach ihrem Übertritt zum christlichen Glauben verbannt und in der Verbannung als Märtyrerin Ende des 1. Jahrhunderts oder Anfang des 2. Jahrhunderts gestorben sein. Gegen Ende des 2. Jahrhunderts entstand aus dieser Begräbnisstätte eine christliche Katakombe, die bis ins 4. Jahrhundert ständig erweitert und ausgebaut wurde. Anfang des 4. Jahrhunderts hat man hier auch die Märtyrer Nereus und Achilleus beigesetzt.
Wir erfahren von den Bestattungsriten und dass nach der Bestattung in den Tuff-Fels-Kammern diese nicht wieder aufgesucht wurden.
In der Katakombe feiern wir eine Messe und erfahren, dass unsere Reise einen Teilnehmer derart berührt hat, sich nun bewusst taufen zu lassen!! Gegen Mittag dann beginnt die Abfahrt nach Trient zum Kennenlernen der Fokolarbewegung (Detlef Wannhoff)
(Birgit Wannhoff berichtet)
Tre Fontane – hier fand Paulus seinen gewaltsamen Tod. Oberhalb der schmucklosen Kirche des Trappistenklosters (St. Vincent und St. Anastasius an den drei Fontänen) besuchen wir heute Morgen noch sich die Kirche San Paolo al martirio (Kirche des heiligen Paulus im Martyrium). Wenige werden wissen, dass oberhalb dieser Kirche „Die kleinen Schwestern Jesu“ wohnen. Sie leben „Evangelium, Armut und vor allem die Liebe“. Auf Charles de Foucauld geht dieses Motto zurück. Dieser Mann war mir bisher völlig unbekannt. Er nannte sich „kleiner Bruder Karl von Jesus“. In reicher französischer Familie geboren, wurden er und seine Schwester Vollwaisen. Als junger Mann lebte er disziplinlos und ausschweifend, vergeudete sein Erbe. Er besuchte eine Militärschule, diente danach in Algerien. Dort kam er mit dem Islam in Berührung, erforschte Tunesien, Algerien und Marokko, lernte Hebräisch, wandte sich dem katholischen Glauben wieder zu. Er trat den Trappisten bei. Später lebte er unter den Tuareg, gewissermaßen als Zeuge Jesu mitten unter ihnen, lernte ihre Sprache, sammelte Geschichte und Sagen des Volkes, wurde ihr Freund. Zu Lebzeiten fand er leider keinen Gefährten. Ein langweiliges Leben führte dieser Mann bestimmt nicht. Erst fast zwei Jahrzehnte nach seinem gewaltsamen Tod 1916 entstand die erste Glaubensgemeinschaft seines Ideals, in kleinen Gruppen als Christen unter nicht an Jesus glaubenden Menschen zu leben statt in einem Orden. Die Heiligsprechung Charles Foucaulds erfolgte am 15. Mai 2022 durch Papst Franziskus. Auch eindrucksvoll: Die Domitilla-Katakomben… dort feierten wir die Heilige Messe und besichtigten die tausende kleiner Grabkammern in einem endlos verzweigten Labyrinth.
Irgendwann nach 20 Uhr erreichen wir im Dunkeln Trient, den Vorort Cadine, und dort das "Centro Mariapoli Chiara Lubich".
Hier noch ein paar Bilder aus unserer Threema-Gruppe:

Samstag, 22. Oktober 2022

Aha, Italien kann auch in Regen machen... das merken wir gleich, als wir bei anbrechender Helligkeit das Fenster öffnen, um zu sehen, wo wir eigentlich sind. Unser Frühstück nehmen wir im "Centro Mariapoli Chiara Lubich" ein, packen unsere Koffer, verstauen diese im Bus und fahren ins Tal nach Trient (Trento). Einer der Fokolaren begleitet uns beim Stadtrundgang, den Benno Schäffel dann übersetzt, wir alle wieder mit Audiosystemen versorgt. Wir starten unseren
Stadtrundgang am Torre Vanga und gelangen im Regen zur noch immer von Bombentreffern gezeichneten Trienter Kirche Santa Maria Maggiore, die wir leider wegen stattfindender Messe nicht betreten können. Während des Gangs durch die Altstadt erfahren wir Vieles aus dem Leben Chiara Lubich´s. Betreten können wir die Kathedrale von Trient, während bei Sturzregen auf dem Platz die Zeugnisvergabe der Universität vorbereitet wird. Die Ode an die Freude wollten wir spontan gleich mitsingen... In der Kathedrale wurde 1563 das seit 1545 tagende Konzil von Trient mit feierlicher Unterzeichnung der Dekrete unter dem Hauptkreuz beendet. Bekannt wurde das Konzil durch die Gegenreformation und die Zementierung der Trennung von reformatorischer und katholischer Glaubenswelt. Unter diesem Hauptkreuz wurde Chiara Lubich auf den Namen Silvia getauft. Sie begründete in Trient ihre Spiritualität der Einheit, die Fokolarbewegung.
So wurde unter demselben Kreuz, dass einst Trennung zementierte, der Weg zu neuer Einheit begründet. Nach einer kurzen Freizeit zum Shoppen oder Kaffeetrinken starten wir nach Hause, nicht ohne in Himmelskron eine Dankesmesse zu feiern.   (Detlef Wannhoff)
(Birgit Wannhoff berichtet)
Das Sonnenwetter von Rom hatte uns verwöhnt. Bei der Stadtbesichtigung in Trient wurden wir gehörig eingeweicht und mussten uns laufend unterstellen. Eine Tochter dieser Stadt ist Chiara Lubich (1920 - 2008), Gründerin der römisch-katholischen Fokolarbewegung (Liebe und Ökumene). Heute hat sie in der ganzen Welt Fuß gefasst und spricht heute wie damals von funktionierenden Beziehungen zwischen Kirchen unterschiedlicher christlicher Traditionen. Pilgerreisen bilden – auch Chiara Lubich gehörte zu den mir bisher völlig unbekannten Menschen (ich bin erst seit drei Jahren katholisch, vielleicht erklärt sich dadurch die eine oder andere Bildungslücke). Was habe ich gelernt? Mancher Feldherr, der seine Truppen aufteilte und an verschiedenen Fronten einsetzte, schwächte seine Position, verschwand unter den Fakten der Geschichte. Geeint auf dem Fundament der Liebe Jesu handeln, statt sich immer weiter zu zersplittern, das sollte eine starke Kirche hervorbringen, die unbeirrt ihren Weg durch die Zeit verfolg. Warum fällt mir an dieser Stelle ein Buch von Andreas Theurer ein mit dem Titel: „Warum werden wir nicht katholisch?“ Von Benno Schäffel erhielten wir ein Video über Chiara Lubich und ihr Leben. Klar, dass wir dies in unserem Hauskreis zeigen. Die Autobahnkirche Himmelkron wollte ich längst gern einmal besuchen – der eilige Autofahrer flitzt, aus dem Urlaub kommend, vorbei. Heute halten wir, feiern einen Dankgottesdienst. Und wir haben allen Grund zu danken: Wir haben in Rom sonnige Tage verleben und tolle Menschen kennenlernen dürfen (auch die, die uns vorausgegangen sind!). Niemand ging verloren, niemand wurde schwer krank (lahme Füße und Erkältungen hielten sich in Grenzen), die Schmarre am Bus lässt sich reparieren. Möge der Herr schenken, dass jeder Einzelne unserer Gruppe lange von dieser kostbaren Pilgerzeit zehren und zeugen kann und wir uns bald wiedersehen.
Hier noch ein paar abschließende Bilder aus unserer Threema-Gruppe:

Unser Fazit ....

Wir haben so viel gesehen, wir sind von so Vielem berührt worden. Am Meisten jedoch bewegte uns die von Benno Schäffel geistlich geplante Reise, die wir hatten.
Rom gilt als Zentrum der katholischen Welt. Ist sie das? Wir erleben eine Stadt, die quirlig und laut ist, teils schmutzig und doch faszinierend. Historische Stätten im Übermaß und doch voller Leben. In all dem erleben wir, wie der uns geschenkte Glaube Menschen verwandelt, verändert und in ein neues, von Gott gesegnetes Leben ruft. Dies erlebten wir anhand der Stätten des Wirkens und Sterbens des Hl Paulus, des Hl Petrus.... dies ging weiter über Benedikt, Franziskus bis hin zu den Chiara Lubich. In der heutigen Zeit zeigt sich heiligenmäßige Liebe im Wirken der Gemeinschaften wie der von St. Egidio in Trastevere....

Was macht diese Reise mit uns?
Deutschland 58,4% Deutschland
USA 35,4% USA
unbekannt 2,5% unbekannt

Total:

7

Länder
00161
Heute: 6
Diese Woche: 23
Dieser Monat: 100
Letzter Monat: 61